Mixed Reality und Context Awareness: So leben wir in ein paar Jahren
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Mixed Reality und Context Awareness: So leben wir in ein paar Jahren

11.04.2019 Posted 7 Monaten ago Patrick Steinert

Sollten sich Augmented Reality Brillen in Sachen Gewicht und Tragekomfort weiter entwickeln (ggf. sogar als Linsen tragbar sein), wird Mixed Reality zukünftig unser alltägliches privates und berufliches Leben maßgeblich verändern – ähnlich wie es die Revolution der Smartphones getan hat. Angetrieben durch die Werbe- und Entertainment-Branche, wird unsere reale Umwelt durch digitale Inhalte und Funktionen ergänzt.

Wir müssen keine Apps oder Browser mehr öffnen, sondern werden über Location Driven Services automatisch informiert und zum Handeln animiert. Die Vereinfachung unseres Lebens wird auf die nächste Stufe gestellt. Die daraus resultierende Lethargie und die anfänglichen Hemmungen werden über Gamification und intrinsische Stimulation neutralisiert, wie es heute schon bei Social Media passiert.

Ein konkretes Beispiel: Busfahren bereite ich in nur noch einem Schritt vor. Ich werde durch meinen Terminkalender aufgefordert loszufahren, im Sichtfeld werden Gehzeit, Echtzeit-Ankunftsdaten des Busses und Wegbeschreibung zur Haltestelle angezeigt. An der Haltestelle sehe nur ich meine individuelle Werbung, sehe mich quasi wie im Spiegel in den angepriesenen Klamotten. Mit dem Kauf werden mir ggf. noch zwei Pokemon gratis angeboten, die ich in der Umgebung der Haltestelle fangen kann. Eine Aktion zur Beruhigung der Fahrgäste, denn trotz Echtzeit-Verkehrsinformationen bleibt der Verkehr noch immer nicht vorhersagbar.

Context Awareness, d.h. das Verhalten von Anwendungsprogrammen in Abhängigkeit von ihrer direkten Umgebung, wird daher starken Einzug in unser Alltagsleben haben. In der Softwareentwicklung wird es zu einem neuen Paradigma führen. Wir starten keine Apps mehr, sondern diese reagieren auf unsere Lokation. Weitergehend sind auch rein digitale Produkte denkbar. So benötige ich für die Befestigung des virtuellen Bildes an der Wohnzimmerwand den digitalen Hammer. Dies eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle und virtuelle Waren.

Patrick Steinert, Head of Emerging Technologies