Innovation und Wachstum im Südwesten: tarent eröffnet Standort in Freiburg
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Innovation und Wachstum im Südwesten: tarent eröffnet Standort in Freiburg

25.05.2021 Posted 2 Monaten ago Bettina Werheid

Miguel, Du bist schon viel rumgekommen. Warum ist Freiburg und der Südwesten Deutschlands wirtschaftlich attraktiv für die tarent?

Die tarent ist in den Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet zu Hause. Metropolregionen, die so viele Unternehmen auf kleiner Fläche konzentriert, wie nirgendwo sonst in Deutschland. Jeder ist mit jedem vernetzt, und so nutzen auch wir für den Vertrieb unser eigenes, starkes Netzwerk, bei dem einige Konzerne eine durchaus wichtige Rolle spielen. Dieser Markt ist bei weitem nicht ausgeschöpft, aber gut erschlossen.

Mit Standorten außerhalb dieser “Scholle” wollen wir eine Präsenz in die Regionen von Deutschland bringen, wo unser Netzwerk bisher noch nicht hinreicht. So, wie wir mit Berlin den Nordosten erreichen, bringen wir mit Freiburg die tarent in den Südwesten. Im Marketing-Jargon eine klassische “Markterweiterung”. Neben dem Zugang zu neuen Unternehmen wollen wir für das Recruiting einen neuen “Mitarbeitermarkt” schaffen und Talente aus der Region für uns gewinnen.

Ich kann mir vorstellen, dass das in einer kleinen Stadt wie Freiburg nicht ganz leicht ist. Aber Du kommst ja gebürtig aus dem Breisgau. Was zeichnet die Region und ihre Unternehmen hier aus?

Über viele Jahre habe ich ja in München, Frankfurt und Düsseldorf gelebt, bevor ich wieder zurück in meine Heimat gekommen bin. Mein Gefühl ist, dass die Region selbst eine untergeordnete Rolle spielt. Es geht mehr um die Größe der Unternehmen, die Branchen und wie Geschäft gemacht wird.

Hier in der Fläche spielt der Mittelstand eine wichtige Rolle. Als Mittelständler hast Du nie Liquidität im Überfluss, Du musst Dich immer fragen, wo Du Dein Geld am besten investierst, was sich lohnt, jetzt und auch langfristig. Du musst experimentieren, um im Markt zu bleiben, aber möglichst mit begrenztem Risiko und schnellem Feedback vom Markt.

Der Grünhof versteht sich als coworking und Kreativpark zum Events veranstalten und Netzwerken. Quelle: https://gruenhof.org/

Du vermittelst eine sympathische unternehmerische Mentalität. Ist das auch der Grund, warum die tarent hier gut aufgehoben ist? Und wie passen die Schwerpunkte Softwareentwicklung und Digitalisierung dazu?

Die tarent kann bei dieser Zielgruppe und ihren Herausforderungen sehr gut anschließen, weil sie erstens selbst ein Mittelständler ist und weiß, wie man wirtschaften muss. Zweitens ist der rote Faden durch all unsere Aktivitäten, dass wir mit unseren Kunden mit kleinem Risiko über ein frühestmögliches MVP pragmatisch echtes Kundenfeedback einholen und mit ihnen lernen. Uns ist auch auch wichtig, dass man die Ideen, die nicht zünden, schmerzfrei beerdigt, um Neues zu denken. Die iterative Kernidee der “hippen” agilen Arbeitsweise passt insofern eigentlich ganz gut zum Mittelstand, dem ja oft ein eher konservativer Charakter nachgesagt wird.

Zusätzlich glaube ich, dass in diesem Umfeld Vertrauen ein noch größerer Erfolgsfaktor ist. Man sucht sich pragmatische und zuverlässige Partner, mit denen man langfristig, erfolgreich und gerne zusammenarbeiten will. So ein bisschen altes Kaufmanns Ethos. Das gefällt mir. Als solchen Partner nehme ich die tarent wahr, das Vertrauen wollen wir uns bei den Kunden im Südwesten erarbeiten.

Jetzt sitzen in der Region u. a. viele Handelsunternehmen. Wie kann die tarent mit ihrer großen Retailerfahrung hier anknüpfen und die Unternehmen voran bringen?

Ja, der Rhein und die Rheinebene sind historische Handelsrouten. Das zeigt sich auch am wunderschönen historischen Freiburger Kaufhaus, das es immerhin seit 1532 gibt. Freiburg ist seit jeher eine weltoffene und pragmatische Handelsregion, die durch Mittelstand und Familienbetriebe gekennzeichnet ist, von denen einige auch zu Hidden Champions auf dem Weltmarkt aufgestiegen sind.

Mit all unserer umfangreichen und langjährigen Projekterfahrung sind wir ein natürlicher Partner für Retailunternehmen. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit REWE und toom Baumarkt zusammen, haben unsere eigenen Softwareprodukte, das Marktbeobachtungstool ORAYA insights für Hersteller und die Software zur Wettbewerbsbeobachtung copio analytics für Händler. Zudem sind wir eng verdrahtet mit unserem Partner snabble als Self-Checkout Spezialist. Mit diesem Background werden wir in den nächsten Wochen genauer überlegen, mit welchen Themen wir auf die Unternehmen zugehen wollen, da ist noch nichts fertig gebacken.

Gute Partnerschaften und gutes Netzwerk sind immer wertvoll. Welche Zielmärkte habt Ihr neben dem Handel in Freiburg denn noch im Blick?

Genau, wir schauen natürlich nicht nur auf die Retailer, sondern auch darüber hinaus. Wir haben einen Blick auf die Inkubatoren bzw. Acceleratoren für digitale Innovationen geworfen, die Hidden Champions des Maschinenbaus, die sich in verschlungenen Schwarzwaldtälern verstecken (da wo früher die Wasserkraft die relevante Energiequelle war). Zudem gehen wir mit unserem Partnerunternehmen Qvest auf Medienunternehmen zu und wir schauen auch gen Süden nach Basel und in die Schweiz.

Miguel reizte nach 10 Jahren Selbstständigkeit vor allem die Arbeit im Team und eine längerfristige Begleitung von Kunden.

Das klingt nach einer längerfristigen Planung. Wie soll sich die tarent in Freiburg denn in den nächsten 1-2 Jahren wirtschaftlich und personell weiterentwickeln?

Wir wollen ein kleiner, fokussierter Standort sein, mit all den Rollen, die wir brauchen, um nah am Kunden und seinen Herausforderungen sein zu können. Dabei meinen wir nahe auch ganz wörtlich, mein Best-Case ist die “eine Stunde mit dem Auto vom Büro entfernt”-Distanz.

Wir werden daher vor allem in den Bereichen Innovation Consulting und Agile Coaching wachsen, ergänzt um Technology Consulting. Die Entwicklungsleistungen unserer Softwareprojekte werden wir gemeinsam mit den anderen Standorten erbringen. In 2021 würden wir gerne noch 2 bis 3 Kolleginnen oder Kollegen mit an Board nehmen, lernen wie das läuft, um daraus dann Ideen für 2022 zu entwickeln. Wachstum um des Wachstums willen ist definitiv nicht unser Ansatz.

Was mich zuletzt unbedingt noch interessiert, ist Deine persönliche Motivation. Warum wolltest Du neuer Standortleiter werden?

In den 10 Jahren Selbstständigkeit habe ich mir Engagements gesucht, in denen ich Kunden für maximal 1 Jahr begleitet habe, mit 1-2 Kunden gleichzeitig. Wir haben meistens in sehr frühen Aufbauphasen zusammen gearbeitet, in denen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Das kam meinem Wert “Neugier” entgegen, und ich liebe es, den roten Faden in einer Vielzahl von Erfahrungen zu entdecken.

In den letzten Jahren habe ich aber zwei Dinge immer mehr vermisst: Zum einen die Arbeit in einem Team von Kolleginnen und Kollegen sowie die längerfristige Begleitung von Kunden. Durch beides möchte ich kontinuierlicher und intensiver an der Wertschöpfung und Weiterentwicklung beteiligt sein, mehr die Resultate meiner Arbeit sehen und damit mehr auf meinen Wert der “Verbundenheit” einzahlen.

Es war übrigens einer unserer Geschäftsführer Kai, der mich mit diesem Gedanken vor Jahren bei einer Zusammenarbeit inspiriert hat. Was lag also näher, als dies mit der tarent zu verwirklichen?

Miguel, das alles hört sich nach einer guten und gesunden Planung und viel Motivation an. Vielen Dank für die Einblicke und viel Erfolg mit tarent in Freiburg!

Miguel May von tarent solutions

Miguel May, Standortleiter, MVP Aficionado, Inspect and Adapt Fan, Pragmatiker

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